Dienstag, 22. Juni 2010
Bürgerhaus Gräfelfing

Film: Der Yalu fliesst

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Gräfelfing
mit dem Gemeindearchiv Gräfelfing


In dieser deutsch-koreanischen BR/SBS-Koproduktion geht es um das Leben des Koreaners Dr. Mirok Li (1899-1950), der als einziger Sohn eines fortschrittlichen Großgrundbesitzers in die nach strenger Sitte konfuzianistisch geführte Gesellschaftsordung des alten Koreas hineinwächst, aber 1919 wegen Teilnahme an Protestaktionen aus dem von Japan besetzten Korea flüchteten muss. Der Film erzählt in den koreanischen Passagen von Mirok Lis Kinderspielen mit Cousin Suam, dem Tod seines Vaters, der Verheiratung mit der älteren Mun-Ho Choi in seinem 12. Lebensjahr bis zu dem Tag, an dem er seine Mutter und die Ehefrau zurücklässt, um nach Seoul zu gehen. Parallel wird skizzenhaft die Besetzung Koreas durch die Japaner (1910) erzählt. Über Shanghai kam Mirok Li 1920 nach Deutschland. Er fand im Kloster Münsterschwarzach Aufnahme. Später studierte er Medizin und Biologie in Würzburg, Heidelberg und München und wurde hier promoviert. In München bekam er u.a. Kontakt mit Prof. Kurt Huber und dem Umfeld der Geschwister Scholl. Seit 1931 lebte er bei seinem Gönner, dem Kunsthistoriker  Prof. Alfred Seyler, in der Akilindastraße in Gräfelfing. 1939 berichtete er bei der Literarischen Gesellschaft Gräfelfing, bei der er auch Mitglied war, über sein Heimatland und zeigte Lichtbilder. 1943 wurde in Gräfelfing der Schriftsteller-Kreis "Montags-Kolloquium" gegründet. 1946 landete Mirok Li mit "Der Yalu fließt" einen Überraschungserfolg auf dem deutschen Buchmarkt, ein Buch, das jahrzehntelang hierzulande den einzigen literarischen Bezug zu Korea darstellte und das erst 1959 in Korea erschien. Die letzten beiden Jahre seines Lebens widmete sich Mirok Li seiner Arbeit als Lektor für koreanische Sprache, chinesische Literatur und Geschichte im Ostasiatischen Institut an der Universität München. Er starb nach schwerer Krankheit 1950 und wurde auf dem Gräfelfinger Friedhof begraben. Mirok Li wird wegen seines Engagements in Deutschland im Kreise seiner Freunde und Förderer als „Botschafter zwischen den Kulturen“ über den Tod hinaus verehrt. Nachdem der Film, ursprünglich gedreht als Dreiteiler, zum 60. Todestag von Mirok Li im März 2010 im Bayerischen Fernsehen, spätabends aber mit gutem Erfolg, in einer gekürzten Fassung  lief, konnten wir ihn in Gräfelfing in einer etwas längeren Fassung zeigen. Gedreht wurde im Oktober 2008 in Heidelberg, Münsterschwarzach, München und Gräfelfing. Die deutschen Innenszenen entstanden größtenteils in Korea im Studio.


In der 123-Minuten-Fassung sind, wie in der im BR gezeigten 85-Minuten-Fassung und wie auch in der 102-Minuten-Fassung,
die am 1.11.2010 in BR alpha lief, die koreanischen Dialoge deutsch untertitelt.
Plakat Literarische Gesellschaft


  Vom Yalu an die Isar - Mirok Li, ein Münchner aus Korea  -  Spannende Lebensgeschichte Der Yalu fließt
Drehbeginn der deutsch-koreanischen Koproduktion
Dreharbeiten in Deutschland ARD-Programmübersicht -
Bilder von der Produktionsvorbereitung  - Bildergalerie - Die historischen Bilder -
Bayern 1 Über die Dreharbeiten zu "Der Yalu fließt" -  "Vom Yalu an die Isar" von Justina Schreiber:gesendet in Bayern 2, Sonntag, 14. März 2010

 

Berichte und Fotos zur Gedenkfeier in Gräfelfing am 20. März 2010 zum 60. Todestag von Dr. Mirok Li
 

30. Oktober 2010 Gräfelfing:  Gedenkfeier der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft zum 60.Todestag von Mirok Li 
- Fotos von dieser Veranstaltung - Bericht im Münchner Merkur vom 4.11.2010 -   Video

Fotos zur Gedenkfeier in Gräfelfing am 26. März 2011 zum 61. Todestag von Dr. Mirok Li

Homepage der Mirok Li Gedächtnisgesellschaft - Hinweis auf den 22.6.10 -

Wikipedia: Mirok-Li - english -- Roman "Der Yalu fließt"  -  Leben und Werk

Cast
Mirok Li, älter  Byok-Song Woo
Mirok Li, jugendlich  Sung-ho Choi
Rosa  Olga Brügmann
Eva  Ute Katharina Kampowsky
Prof. Kurt Huber 
Frau Huber
Hans Scholl
Roland Pfaus
Anja Klawun
Florian Paetzel
Prof. Alfred Seyler
Alice
Seyler 
Lina
Lee Cham
Daniela März
Yvonne Christina Hotz

Crew

Die Drehbuchautorin Hye-Seon Lee,
der Regisseur Jonghan Lee
und die BR-Redakteurin Dr. Stephanie Heckner

Regie 
Jonghan Lee
Drehbuch  Hye-Seon Lee
Ausführende Produzenten  Jonghan Lee, Eunho Ko
Redaktion BR Dr. Stephanie Heckner

Bilder von den Filmaufnahmen

Geschichte einer Dienerin  Erlebnisse in der deutsch-koreanischen Produktion, von Yvonne Hotz

- Fotoshow -

Filmausschnitte bei YouTube: u.a.
Wir lieben Dr.Mirok Li - Szenen in Korea -
sowie hier unten


          Fan Trailer

  Video-Ausschnitt aus der in koreanischer Sprache gedrehten Fassung auf der Homepage von Ute Katharina Kampowski

 


Der Yalu ist ein Grenzfluss zwischen der Mandschurei und Nordkorea.

 
        movie poster


Filmausschnitt mit Daniela März

  "Kaum jemand hat so ein glückliches Leben gehabt wie ich.
Wer hat schon zweimal eine Heimat und so viel Liebe bekommen!"



Regisseur Jonghan Lee macht Aufzeichnungen am Grab von Mirok Li.


Gedenktafel an der Grabstätte von Prof.Kurt Huber im Waldfriedhof München Grabstätte Nr. 21-W-22)

"Mirok Li war ein Gelehrter, Schriftsteller und auch ein Kulturmittler, dem eine tiefe und weite Einsicht historischer Realitäten gegeben war und dem deren Erfassung so leicht fiel. Er war ein Menschenfreund, der sich um Respekt für die Liebe zu den Menschen bemühte. Er entwickelte deshalb eine ausgeglichene Persönlichkeit, die eigenständige Anstrengungen unternahm, dem Westen den Stolz und die Weisheit des Ostens näherzubringen. Ohne dass die Werte des Fernen Ostens Schaden erlitten, gelang es ihm dreißig Jahre lang, ein objektives, klares Bild von seiner schönen koreanischen Heimat zu vermitteln."
Prof. Dr. Kyu-Hwa Chung, Präsident der Mirok Li-Gedächtnis-Gesellschaft

      
Quelle: KBS WORLD
Vienna Jung Dong Community

downloads with English subtitles

Ein Bild des Kindes ersteht in diesem Buch, ein Urtyp von Elternhaus, Familie und Heimat. Ein Buch, das sich an alle wendet, die sich aus jenem Paradies der Kindheit nicht vertreiben lassen, ein Buch auch für Kinder. Mehrere Jahre arbeitete Mirok Li an seiner autobiographischen Geschichte Der Yalu fliesst, die 1946 erschien, und wurde damit in der literarischen Welt der deutschen Nachkriegszeit bekannt. "Das im besten Deutsch geschriebene Buch des Jahres stammt von einem Ausländer: Mirok Li," urteilte damals die Kritik. Aus allen Teile Deutschland erfuhr er ein beglückendes Echo auf sein Buch. "Mirok Li ist nicht bloß ein Mittler zwischen Korea und dem Westen gewesen, der -- wie er einmal sagte -- die Bedeutung des ostasiatischen Denkens eigentlich erst in Europa entdeckte, sondern auch ein Mittler zwischen einer heilen und einer verletzten Welt, die sich den Festlegungen nach Ost und West entzieht. Wer die vignettenartig nebeneinander stehenden Kapitel des Buches Der Yalu fliesst unter diesem Aspekt aufnimmt, wird vieles über die -- oft etwas wehmütige -- Seele Koreas erfahren, aber unversehens vielleicht nicht weniger über tiefe, halb vergessene Schichten seines eigenen Daseins."  (Quelle: Korean Book Services)