Mit einem kurzen Abriss der Vereinsgeschichte begann der
Vorsitzende der Gräfelfinger Literaten, Klaus Stadler, seine Ansprache zur
Jubiläumsveranstaltung und packte die beeindruckende Menge an
hochkarätigen Gästen und Unternehmungen in eine Viertelstunde Redezeit.
Elias Canetti war unter den Gästen der Gesellschaft, wie auch Kurt Huber,
Karl Bosl, Nike Wagner, Peter Sloterdijk, Martin Walser, Ulrich Mühe,
Hans-Jochen Vogel oder Heribert Prantl – um nur einige zu nennen. „Wenn
man diese lange Liste von Autoren, Künstlern, Politikern anschaut,
ergreift einem Ehrfurcht und ein leichter Schauer“, staunte er selbst.
Gräfelfing sei eben vielen Literaten eine Reise wert
gewesen und auch heute gelinge es, den eigenen hohen Anspruch umzusetzen.
Die aktive Mitgliederschaft und die sehr gut besuchten Veranstaltungen
geben dem Vorstand in Programmgestaltung und Autorenauswahl recht, freute
er sich weiter. Erst im Frühjahr 2009 hatte Stadler das Amt des
Vorsitzenden von Wolfgang Pollner übernommen, der auf die längste Amtszeit
in der Vereinsgeschichte, nämlich von insgesamt 36 Jahren, schauen kann.
Ein haptisches Erlebnis
Bürgermeister Christoph Göbel würdigte den zeitlosen und
hohen Anspruch der Gesellschaft. „Mit Ihrem Stil und der Aktualität Ihres
Programms binden Sie Gäste wie auch Publikum“, so Göbel. Damit leiste die
Gesellschaft einen bemerkenswerten Beitrag zum niveauvollen Kultur- und
Gemeindeleben Gräfelfings.
Ehrengast Prof. Wolfgang Frühwald pries die Literatur im
digitalen Zeitalter als Insel der Ruhe und verglich die Vorteile des
Bücherlesens mit denen des e-books. „Das Lesen eines Buches ist stets ein
haptisches Erlebnis bis hin zum Geruch des Papiers und dem Rascheln beim
Umblättern. Was ist schon ein elektronisches Eselsohr gegen ein
richtiges!“ In diesem Sinn zähle „die Literarische Gesellschaft
Gräfelfings zu jenen Bastionen, auf die die Zivilgesellschaft nicht
verzichten kann und darf.“