Mittwoch, 7. Dezember 2011

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz 


Dr. h.c.
Joachim Gauck
bei der Literarischen Gesellschaft Gräfelfing


Foto: Haas, Süddeutsche Zeitung

Winter im Sommer -
Frühling im Herbst

Erinnerungen

Süddeutsche Zeitung
Münchner Merkur

 

„Wir haben die Freiheit ersehnt, sie hat uns angeschaut, wir sind aufgebrochen, und sie hat uns nicht im Stich gelassen“
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Als Kind lebte er in einem Dorf an der Ostseeküste. Er studierte in Rostock, wurde Pastor in Mecklenburg, stand dem DDR-System kritisch gegenüber und wuchs so ganz selbstverständlich in die oppositionelle Bewegung hinein. Schließlich wurde er zu einer Symbolfigur des Umbruchs von 1989. Die Rede ist von Joachim Gauck, der nach 2002 zum zweiten Mal Gast der Literarischen Gesellschaft und jetzt zum dritten Mal in Gräfelfing  ist. Gauck wird aus seinem Erinnerungsbuch lesen, das große Aufmerksamkeit erregt hat. „Die Erinnerungen sind im besten Sinne lebendige Lektionen in jüngster deutscher Geschichte“, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“, die ZEIT nannte das Buch „eine Art Freiheitslehre“. Für die FAZ ragen die „glänzend formulierten“ Erinnerungen aus der Vielzahl der Neuerscheinungen zur friedlichen Revolution heraus.

Joachim Gauck, geboren in Rostock, studierte Theologie und war lange als evangelischer Pfarrer tätig. Schon als Jugendlicher opponierte er gegen den DDR-Sozialismus. Er war Mitbegründer des Neuen Forums, von 1990 bis 2000 erster Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Seit 2003 ist er Vorsitzender des Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie“.

2010 fand seine Nominierung und Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten eine sehr große öffentliche Resonanz. Er unterlag dem von den Regierungsparteien nominierten Christian Wulff
erst im dritten Wahlgang mit 494 gegen 625 Stimmen.

Am 18. März 2012.wurde er zum 11. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.




„Heimat, so hörte ich den Rostocker Schriftsteller Walter Kempowski gut dreißig Jahre später im Westrundfunk sagen, Heimat sei für ihn der „Ort früher Leiden“. Ich weiß noch, wie ich mich dagegen auflehnte. Für mich war Heimat frühes Glück. Erst zwanzig Jahre später sollte ich begreifen, dass mein Glück im Sommer 1952 eng mit dem Unglück ein Jahr zuvor verbunden war.

Joachim Gauck, geboren 1940, arbeitete in der DDR als Pfarrer mit kritischer Distanz zum Regime (Gauck resümierte später, er sei „mit einem gut begründeten Antikommunismus aufgewachsen“) und vertrat den Weg des Möglichen statt der Fundamentalopposition. Zwischen 1982 und 1990 leitete er die regionale Kirchentagsarbeit in Rostock. Von seinen Gottesdiensten in Rostock gingen 1989 die Montagsdemonstrationen aus. 1990 in der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl Abgeordneter und Vorsitzender des Parlamentarischen Ausschusses zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit. Von 1990-2000 verwaltete er in der "Gauck-Behörde" die Stasi-Unterlagen der DDR. Auch danach engagierte sich der Politiker und Publizist Joachim Gauck für die historische Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der DDR-Geschichte.
Am 19. Februar 2012 wurde er von den Regierungsparteien, sowie SPD und Bündnisgrünen als Nachfolger des zwei Tage zuvor zurückgetretenen Wulff erneut nominiert. Am 18. März 2012
.wurde e
r von der Bundesversammlung mit 991 von 1228 gültigen Stimmen im
ersten Wahlgang zum 11. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.


Jetzt also doch -  Titelbild Der Spiegel 12/2012

„Wenn‘s zu lange wird, stehen sie einfach auf.
Sie wissen ja: Wir sind das Volk!“


"Trittiiiiiiiin!!" - Titelbild Der Spiegel 23/2010

Revolutionspastor - Einer der Symbolfiguren der friedlichen Revolution - Der deutsche Bürgerrechtler“ - Ein beeindruckender Mensch der Freiheit und des Mutes - Einer der prominentesten Zeitzeugen der Deutschen Wiedervereinigung -
Stasi-Aufklärer - linker, liberaler Konservativer - aufgeklärter Patriot - Demokratielehrer - Mensch, Moralist und Mahner - Ein Leuchtturm und ein Vorbild für alle - bereits vor rund zehn Jahren zum besten Redner des Jahres gewählt - Gauck ist glaubwürdig - denkt viel nach - spannende Persönlichkeit -  Unruhefaktor - Streiter für Demokratie - Versöhner der Nation - charismatischer Konkurrent - Bundespräsident der Herzen - Mann des Jahres 2010 -  Gefühlter Bundespräsident - reisender Politiklehrer - Vorleser - Förderer einer Erinnerungskultur -  nimmermüder Lobredner der Freiheit - Festspiel-Ersatz-Redner - Hält die Wortpatenschaft „Bürgerrechte“ - Wanderprediger in Sachen Freiheit und Demokratie - Bundespräsident.

Wikipedia - Lebenslauf - Der Spiegel: Bundespräsidentenwahl 2010 - facebook -

3. Berliner Rede zur Freiheit am Brandenburger Tor (21.4.09)   ARD - Farbe bekennen Joachim Gauck Interview1 - 2 - Tagesthemen: Interview mit dem Kandidaten - Deutsches Theater Berlin (22.6.10): Freiheit - Verantwortung - Gemeinsinn -   Schweizer Fernsehen (29.10.09): - Sternstunde Philosophie - Joachim Gauck: Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit -  Gratulation und Dank - Joachim Gauck im General-Anzeiger-Interview (18.7.11) über das Leben in West und Ost, die Aufarbeitung der Stasi-Untaten und Süßholzraspeln mit Diktatoren - Osnabrücker Zeitung Interview (9.8.11): „Ich war nach der Wende nicht gerne in Mauernähe“ - Willy-Brandt-Rede Lübeck (5.10.11) - Solinger Tagblatt Interview (5.11.11): Die Freíheit in Person - 2 - Main-Post (6.12.11): Der langsame und schwierige Abschied von der Diktatur -

 

MM vom 21.2.2012 / merkur-online  und SZ vom 3.3.2012: Bürgerhaus-Chef Konarski über Joachim Gauck -

 

Ehrungen u.a.:

 

"Ein Bürgerrechtler ist jemand, der 'Ich bin ein Bürger' sagte, bevor er wusste, dass es ein Volk hinter ihm gab."

„Freiheit leuchtet vor allem, wenn man fern von ihr lebt.“

„Der Hauptfeind des Kommunismus – es ist der Otto-Katalog“

"Ich bin mir sicher, dass unser deutsches ,Yes we can' das sächsische ,Wir sind das Volk' war."

 

"Ich bin Realist; ich kann zählen"

„Die Freiheit ist wie eine Ehe. Die ist auch keine Aneinanderkettung von Hochzeiten, sondern eine Aneinanderkettung von Mängelwesen“

    „Ich wähle
die weniger Schlechten“"

"Nichtwählern werde ich
im Traum erscheinen"

           
      #mygauck: Gauck-Portrait aus Twitter-Profilen


Gauck seiner Zeit voraus:
Signatur bei der "Literarischen" am 7.12.2011

So lange, wie Unterschiede in die Köpfe hineinwachsen, so lange brauchen sie auch, um wieder herauszuwachsen."

"Ich verhehle nicht, daß mir die Einflußnahme auf die öffentliche Meinung Freude macht."

"In Deutschland gibt es mitunter eine 'Angstsucht' " - „Das mag der Deutsche. Der fühlt sich nur wohl, wenn er sich unwohl fühlen darf.“

„Wenn Ihnen jemand erzählen will, dass die DDR kein Unrechtsstaat war, dann schicken sie ihn zu mir – ich kann dazu einiges sagen.”


Wahlplakat zu den Volkskammerwahlen am 18. März 1990.


Montagsdemo in Berlin, 14. Juni 2010 Quelle: Wikipedia commons

Der Mann, den die Deutschen gewählt hätten,
wenn sie gedurft hätten

Zwei Sachen als Präsident: "Gehen Sie nicht mehr selbst ans Handy.
Und vor allem: Sprechen Sie niemandem auf die Mailbox."