Donnerstag
, 07.12.17
20 Uhr

 

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz  


Kurt Diemberger


© Literarische Gesellschaft Gräfelfing

Das Quantum Glück
Eine Bergsteigerlegende erzählt
Multimedia-Vortrag


© Literarische Gesellschaft Gräfelfing


Eintritt: 10
Schüler und Studenten: 5 €
Schülergruppen: 3 € pro Person
M
itglieder:
frei

Vorverkauf  (auch für Mitglieder) ab 22. November in der Buchhandlung Pollner in Gräfelfing
 


Hoch oben und tief unten hat Kurt Diemberger wohl fast alles erlebt, was in einem menschlichen Dasein möglich ist: Freundschaft, Liebe, immer neue Entdeckungen. Vieles verdankt er dem Glück, einem unsichtbaren Schutzengel - aber auch der eigenen Überzeugung, der Vorsicht und dickköpfiger Genauigkeit. Denn das Glück ist nicht unbegrenzt und auch nicht die Zeit eines Lebens.

Kurt Diemberger  ist der einzige Mensch neben dem verstorbenen Hermann Buhl, dem die Erstbesteigung von zwei Achttausendern (Broad Peak  und Dhaulagiri) ohne künstlichen Sauerstoff gelang. Seit 1956 ist er in der ganzen Welt unterwegs und hat dabei unvorstellbare Abenteuer und Tragödien erlebt: so 1957 den Erfolg am Broad Peak im Team um Hermann Buhl, kurz darauf dessen tragisches Ende an der Chogolisa; so 1986 die Besteigung des K2 und beim Abstieg den Tod seiner Berggefährtin Julie Tullis. Mit ihr war er „das höchste Filmteam der Welt“ und hat herausragende Bergfilme gedreht.

Aufgewachsen in Villach und am Ossiacher See, lebt er heute in Salzburg und in der Nähe von Bologna. Diemberger ging in Villach zur Volksschule, studierte in Wien Betriebswirtschaft, unterrichtete kurz, wurde aber bald Profi-Bergsteiger. Seit über 60 Jahren ist er an den größten Bergen der Welt unterwegs. Er ist auch der „Kameramann der Achttausender“. Für seine Filme, seine Bücher und sein alpinistisches Lebenswerk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Zuletzt veröffentlichte er "Unterwegs zwischen Null und Achttausend - Bilder aus meinem Leben", „Aufbruch ins Ungewisse“, „Der siebte Sinn“ und „Seiltanz“.

Im April 2012 war Kurt Diemberger schon einmal bei der Literarischen Gesellschaft in Gräfelfing. Der Abend damals war ausverkauft und fand großen Beifall. 

Sein Wahlspruch: "Dem Dasein im Hier und Jetzt etwas Außergewöhnliches abgewinnen."





Der Buchtitel zeigt Diemberger mit 42 Jahren als "Eiszapfenmann" bei der Erstbesteigung des 7500 Meter hohen Shartse, dem Everest-Ostgipfel, im Sommer 1974.



Hier öffnet Kurt Diemberger sein Bildarchiv

Vorschau: Münchner Merkur 10.11.2017


Die Achttausender-Legende Kurt Diemberg
er, Bergsteiger, Filmemacher, Fotograf, Abenteurer, Buchautor und Bergphilosoph, wurde am 16. März 2017 85 Jahre alt. Und er reist weiterhin durch die Welt, um vielen Menschen von seiner großen Leidenschaft zu erzählen.

Kein Gipfel ohne das Quantum Glück (Quelle: nachrichten.at,  9.6.2017)

Sie schreiben gerade an einem Buch mit dem Titel "Das Quantum Glück". Braucht man das zum Bergsteigen?
"
Auf jeden Fall. Aber nicht nur das Glück, in keine Lawine zu geraten. Auch das Glück in der Seele, um sein Ziel weiterhin mit Freude anstreben zu können."

Land der Berge 1-2 2017 S.72. Interview: "Kreativ sein ist der Inhalt meines Lebens" " ... Ich schaue, was eigentlich das Glück ausmacht, denn es ist ja viel mehr als sich nur beim Skifahren den Haxen nicht zu brechen. Das ist etwas Großes, etwas schwer Fassbares, hat z.B. mit dem unbeschreiblichen Glück der großen Höhe zu tun und dem Empfinden, wie kraftvoll und heilig ein bestimmter Ort ist."

 „Glück braucht man, sonst wäre ich schon lange tot“, sagt Diemberger. Auf seiner Habenseite des Glücks stehen die Erfolge auf den 8000ern und natürlich seine filmischen Leistungen mit seiner damaligen Seilpartnerin Julie Tullis. 1981 wurde dem Kärntner ein Emmy für die Dokumentation „Everest Ostwand“ verliehen. „Als wir am 4. August 1986 auf dem K2 standen und uns umarmten, waren wir glücklich. Wir wussten nur nicht, dass das andere Glück, am Leben zu sein, nicht mehr lange dauern würde“, wenn Diemberger heute darüber spricht, merkt man wie tief der Schmerz über den Verlust von Julie Tullis heute noch sitzt. Die britische Bergsteigerin starb am K2 an Erschöpfung.


© Kurt Diemberger
"Mein Großvater ist 103 Jahre alt geworden."

Die Abwesenheit des Glücks spürte Diemberger auch 1957 auf der 7668 Meter hohen Chogolisa, wo der Tiroler Hermann Buhl verunglückte: „Im Sturm ist der Hermann hinaus auf eine Wechte, die unter seinem Gewicht brach.“ Der Kärntner überlebte: „Das Glücklichsein hat eben zwei Bedeutungen.“ Denn eines, so Diemberger, dürfe man nie vergessen: „Die Berge sind keine große Kletterhalle.“ Und wenn er einmal in sein Häuschen am Ossiacher See fährt, zieht es ihn auch hier in die Berge: „Auf Dobratsch und Gerlitzen bin ich gerne.“ Quelle: Kleine Zeitung

„Das Glück ist ja nicht nur, dass man kein Pech hat, sondern es ist auch das Glücklichsein. Das ist das anderes Glück, das man mit Worten vielleicht sehr schwer erklären kann“ Quelle:. Kärnten ORF
 

Broad Peak (8.047 m) 1957
Dhaulagiri (8.167 m) 1960
Makalu (8.463 m) 1978
Everest (8.848 m) 1978
Gasherbrum II (8.034 m) 1979
Broad Peak, 1984
K2 (8.611 m) 1986

Wikipediafacebook - Kurt Diemberger - Bergsteiger, Pionier, Legende 1 - 2Bergsteiger: Die Berge dulden keine Maske - SZ 3.3.2017 Interview: Pioniere - Sommergespräch - alpin.de Gratulation zum 85ten - www.angeloelli.it - Portrait auf Bergleben - Bergfieber - Süddeutsche Zeitung: Interview 2011  "Berge machen keine Vorschriften" - Salzburger Nachrichten Donaukurier 19.4.12; Beilngries (DK)  Abstürze und Geister der Lüfte „Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich mit einem Laptop unterwegs“, beginnt Kurt Diemberger seinen Vortrag ...

Für sein außergewöhnliches alpinistisches Lebenswerk wurde Diemberger im Jahr 2013 mit dem, einem "Oscar vergleichbaren",  Bergsteigerpreis des Piolet d'Or Walter Bonatti Lifetime Achievement Award geehrt.



Broad Peak  -  Quelle: DW
"Eigentlich gehe ich auf einen Berg, weil mir dieser Berg etwas sagt, weil ich eine Beziehung zu ihm aufbaue."


Dhaulagiri - Quelle:Himalaya-info.org
" ... reizvoll, weil er ein wunderbar weißer Berg ist und sieben Expeditionen zuvor gescheitert waren."


"Man kann nur dann wirklich das Glück empfinden, wenn man sich Zeit lässt.
Wer langsam geht, geht gut. Wer gut geht, geht weit
.
Schaut's nicht so viel auf die Uhr, schaut's euch die Natur an, nehmt euren Fotoapparat oder eure Kamera mit.
Wenn du was sehen willst von der Welt, darfst du nicht die ganze Zeit rennen. Das gilt nicht nur im Alpinismus."


Kurt Diemberger ist zusammen mit Hermann Buhl und dem Sherpa Gyalzen Norbu einer der nur drei Menschen, die zwei der 14 Achttausender erstbestiegen haben, im sogenannten Westalpenstil, mit minimaler Ausrüstung, ohne Flaschensauerstoff oder Hochträger. 1957 mit einer Salzburger Expedition gemeinsam mit Hermann Buhl, Marcus Schmuck und Fritz Wintersteller den Broad Peak (8.047m, in Pakistan/China) und 1960 mit einer Schweizer Expedition den Dhaulagiri (8.167m, im westlichen Nepal).

Neben Diemberger ist die Erstbesteigung zweier Achttausendern nur Hermann Buhl - Nanga Parbat und Broad Peak - gelungen. Buhl und Diemberger versuchten sich im Juni 1957 an der 7688 Meter hohen Chogolisa . Buhl ist dabei tödlich verunglückt. Eine große Wechte war gebrochen und riss Buhl mit in die Tiefe. Kurt Diemberger ging Buhl nur wenige Meter voraus. Anhand eines von Diemberger gemachten Fotos der Absturzstelle ist an der Gehspur im Schnee zu erkennen, dass Buhl im Schneegestöber wohl kurzzeitig die Orientierung verloren und zu nah an den Wechtenrand gelangt sein dürfte, woraufhin die Wechte unter seinem Gewicht nachgab. BR: Erinnerungen von Kurt Diemberger


Hermann Buhl



Julie Tullis und Kurt Diemberger
Video             Foto: alpin.de  

Insgesamt hat Diemberger sechs Achttausender bestiegen. Im Frühjahr 1978 steht Diemberger auf dem Makalu (8463 m) und bezwingt kurz danach auch den höchsten Berg der Erde, den Mt. Everest (8.848 m). Dort macht er die ersten Tonfilmaufnahmen vom Gipfel. Es folgen 1979 der Gasherbrum II, 1981 Filmaufnahmen an der Ostwand des Mount Everest und 1983 ein Versuch am wohl gefährlichsten Achttausender, dem K2. 1984 noch einmal der Broad Peak, 1985 ein Versuch am Nanga Parbat.

1986 wurde Diemberger gemeinsam mit seiner aus Großbritannien stammenden Partnerin Julie Tullis und anderen Bergsteigern tagelang von einem Sturm auf dem K2 auf rund 8300 Meter Höhe festgehalten. Tullis stirbt an Erschöpfung. Dem Höhensturm entkommen schließlich nur Kurt Diemberger und der Oberösterreicher Willi Bauer. Mehrere abgefrorene Finger an Diembergers rechter Hand zeugen bis heute von den dramatischen Ereignissen auf dem K2 im "schwarzen Sommer", in dem insgesamt dreizehn Menschen am zweithöchsten Berg der Welt sterben.

"Als wir den Gipfel des K2 endlich erreicht hatten, als wir uns auf seinem höchsten Schnee umarmten, glaubten Julie und ich noch, dass unser Glück stärker als alles sei.
Doch ein Berg gehört dir erst, wenn du wieder unten bist. Und das waren wir noch nicht."


Seine Kindheit verbrachte der jetzt in Italien lebende Kurt Diemberger in Villach, Gymnasium und Handelsakademie absolvierte er in Salzburg, danach begann der Sohn eines Lehrers in Wien ein Welthandelsstudium. Schon damals bestimmte das Bergsteigen sein Denken, erzählt er: „Es hieß, ein Welthandelsprofessor hat vier Monate Ferien. Ich dachte mir, in der Zeit kann ich die halben Alpen niederreißen.“
(ORF)

Dass "der Kristallsucher" Diemberger aber überhaupt zur Himalaya-Legende mit rund 30 Expeditionen werden konnte, verdankt er einem alpinistischen Husarenstück in den Alpen. 1956 gelang Diemberger mit zwei weiteren Bergsteigern die Durchsteigung der "Schaumrolle" genannten Riesenwechte über der Nordwand der Königspitze in der Ortlergruppe. Die rund 25 Meter über den Abgrund hinausragende Wechte ist längst dem Klimawandel zum Opfer gefallen. Für den heute in Salzburg und in der Nähe von Bologna lebenden Diemberger aber war sie damals der Schlüssel zum Expeditionsbergsteigen und zum Berufsbergsteigertum. Hermann Buhl sei nach der Durchsteigung der "Schaumrolle" auf ihn aufmerksam geworden und habe ihn dann zum Broad Peak mitgenommen, erinnert sich Diemberger.
  Trotz des Erfolges am Broad Peak und trotz der Erstbesteigung des Dhaulagiri drei Jahre später arbeitete der promovierte Betriebswirt noch bis Ende der 1960er-Jahre als Handelslehrer in Salzburg. Erst zehn Jahre nach dem Broad Peak konnte Diemberger darangehen, seinen Lebensunterhalt mit Büchern, Vorträgen und als Kameramann bei Expeditionen zu bestreiten. „Der sportliche Charakter stand dabei allerdings nie im Vordergrund, sondern der Entdeckergeist“, sagt Diemberger. - Auszüge aus DerStandardORF und Tiroler Tageszeitung
 


Copyright: Kurt Diemberger
Nach wie vor hat er bei seinen Reisen Filmkamera und Fotoapparat dabei. Das "fotografische Auge, das Gefühl für Harmonie, sind mir angeboren", sagt er.



Er vertraut auf analoge Dias, selbstgedrehte Filme auf Zelluloid, sein Charisma und seine spontane Erzählkunst -
nicht auf Multimedia-Technik wie viele andere. (ORF)


"Bitte schreib net, der einzige noch lebende Erstbesteiger von zwei Achttausendern."
Für ihn klinge das "noch" so, "als wär es bald aus mit mir".Der Standard


     Film "K2 Traum und Schicksal"
               "K2 Sogno e destino"
               
  

                  Auswahl aus YouTube:

  
   Duell über den Gipfeln      
 
 
 

 
Hermann Buhl, Kurt Diemberger     
Kurt Diemberger, Capt.Qader Saeed, Fritz Wintersteller, Hermann Buhl (ORF/Diemberger)        Kurt Diemberger und der Schweizer Albin Schelbert auf dem Gipfel des  Dhaulagiri.

"Wenn ein Bergsteiger lange Zeit nicht am Berg ist, ist er kein Mensch mehr"