Mittwoch, 14.11.18
20 Uhr

 

In Zusammenarbeit mit den GRÄGS

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz
  


Gert Heidenreich

Schriftsteller, Journalist, Sprecher
und einer der vielseitigsten deutschen Intellektuellen



Autorenfoto: ©  Isolde Ohlbaum 2011


Schweigekind



Presseartikel

 

Hans Sahlfeldt ist Psychotherapeut. Eines Abends taucht eine mysteriöse Frau in seiner Praxis auf und bittet ihn um Hilfe. Ihre Tochter Hanna sei seit ihrem achten Lebensjahr verstummt.

In den Wochen nach dem ersten Treffen entsteht eine vorsichtige, für ihn vielleicht letzte Liebe. Sahlfeldt ahnt, dass das Schweigen der Tochter mit der Lebensgeschichte der Mutter zusammenhängt. Doch er kommt nicht dahinter, weil sie ihr Geheimnis nicht preisgibt.

Dann ist seine Patientin plötzlich verschwunden. Und hinterlässt Briefe, die sie an Sahlfeldt geschrieben, ihm aber nie gegeben hat. Erst aus den Briefen erfährt er die ganze Wahrheit über sie und ihr Schweigekind,
die auch in seine eigene Kindheit und hinter die Fassaden der kleinstädtischen Idylle führt.


Gert Heidenreich, geboren in Eberswalde, aufgewachsen in Groß-Zimmern und Darmstadt, lebt in Oberbayern. Er ist freier Schriftsteller und Journalist. Mit seiner prägnante
n Stimme ist er zudem ein virtuoser Radio-, Fernseh- und Hörbuchsprecher. Sein literarisches Werk umfasst Romane, Theaterstücke und Filmdrehbücher, Erzählungen, Essays und Gedichte. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise, und wurde für seine Drehbücher mit zwei Grimme-Preisen,  dem Deutschen Filmpreis in Gold, dem Bayerischen Filmpreis und dem Marler Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Er war Präsident des PEN-Zentrums West und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Mit „Schweigekind“, erschienen 2018, hat Gert Heidenreich einen psychologisch gekonnt aufgebauten Spannungsroman über Scham und Schuld geschrieben, über eine Frau und ihre Verstrickung in Schmerz und Rache, und über einen Mann, der ein verletztes Leben durch seine Liebe zu heilen versucht.
 

 

  



»Ich hätte dich so gern bewahrt«, sagte er. »Im Nachhinein noch vor all dem geschützt  – das macht die Liebe so, sie will auch immer rückwärts schon gewesen sein.«


Rezensionen
(Zitate und Auszüge):
 NDR:
Dass Gert Heidenreich ganz exzellent die Dramaturgie einer Geschichte aufbauen kann, zeigt sich auch in seinem neuen Roman "Schweigekind". Ob man möchte oder nicht, wer einmal angefangen hat, dieses Buch zu lesen, wird es zu Ende bringen. Die Geschichte entwickelt mehr und mehr eine verstörende Faszination. Der Psychotherapeut Hans Sahlfeldt lässt sich in ein Sanatorium einweisen, bei einem älteren Kollegen, den er kennt ... .Bayern 2: ein fein verwobenes, elegant geschrieben, diffiziles Beziehungsgeflecht.  Sabine Zaplin, BR: Heidenreich erzählt äußerst dicht, so, dass die Erzählung dem Leser unmittelbar unter die Haut geht. … Er gestaltet die Umgebung der Geschichte erzählerisch, wie mit der Farbpalette des Malers; die tieferen Dimensionen entwickelt er im Dialog seiner Figuren. »Schweigekind« erinnert in seiner Konstruktion entfernt an Thomas Manns »Zauberberg«, in einer knapperen, gegenwärtigeren Form freilich. Ein faszinierender, außergewöhnlicher Roman. SZ:  ... eine Geschichte über Rache, Hass und Vergeltung. Über Scham, Demütigungen und einen quälenden Schmerz. Es ist die Geschichte ..., die zeigt, wie ein ganzes System aus der Fürsorge verpflichteten Personen wie Pflegeeltern, Psychiater, Richter und Pfarrer versagt - und die Menschen, die hinschauen könnten, hinschauen müssten, nicht erkennen, was geschieht.  Faustkultur ... Geschichte, die zwei Psychotherapeuten sich und uns ... erzählen ... Die Dialoge der beiden Therapeuten sind anspielungsreich und in feiner, subtiler Komik gehalten, während das Thema des Buches eher eine Tragödie ist . OVB Schuld, Schmerz, Scham und Schweigen prägen das Szenario, in dem sich der Therapeut Hans Sahlfeldt selbst in Therapie begibt. Psychologisch höchst kunstvoll zusammengebaut, gespickt mit Vor- und Rückblenden, Briefen, Gesprächen und Erinnerungen ... eine beeindruckende Geschichte um Liebe und Verrat. Nicht immer ganz einfach zu lesen, aber absolut lohnenswert.
 


Gert Heidenreich
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Gert Heidenreich ist ein politischer Autor. Sein großes Thema ist die Vergangenheitsbewältigung der Deutschen. Ausgedehnte Reisen führen Gert Heidenreich immer wieder in die unterschiedlichsten Gegenden der Welt, über die er in Reportagen berichtet. Heidenreich hat neben eigenen Büchern als Sprecher zahlreiche Hörbücher anderer Autoren eingelesen, zum Beispiel Umberto Ecos Der Name der Rose und J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe. Mit Edgar Reitz schrieb er 2012 das Drehbuch für den Film Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht.Er ist auch Übersetzer.

SWR2: Wenn der 74-Jährige einmal nicht schreibt oder spricht, dann widmet er sich in seiner Wahlheimat am Ammersee seinem liebsten Hobby: Der Malerei. -



©  Isolde Ohlbaum 2011

Nur ein paar Beispiele

 Die andere Heimat: Erzählung Die Steinesammlerin von Etretat (marebibliothek) Mein ist der Tod: Swobodas dritter Fall Im Dunkel der Zeit Eisenväter Magda


SZ Außenansicht 19.7.18 von Gert Heidenreich: Die Schamlosen  ... Horst Seehofer, Matteo Salvini und Sebastian Kurz haben sich nach ihrem Beschluss, "die Mittelmeerroute für flüchtende Menschen zu schließen", an Moses gewandt und ihn gebeten, für sie das mare nostrum zu teilen, weil sie dann im trockenen Graben zwischen den Meereshälften großzügig Nato-Stacheldraht ausrollen könnten.         Der Prophet hat sie donnernd mit dem Hinweis zurückgewiesen, sein göttlicher Auftrag sei es, Menschen aus der Knechtschaft zu führen, und nicht, sie zu Aberhunderten jämmerlich sterben zu lassen.               Sie schämten sich.                         Das ist nicht die Wahrheit. Das wäre aber schön.