Dienstag, 14.05.2019
 

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz  


Krista Posch
und Peter Ludwig


 ©  Krista Posch -  Foto von Steffi Henn 2018

"Glaube Liebe Hoffnung"

Dramatisches Schauspiel von
Ödön von Horváth

Bühnenmusik live:
Peter Ludwig, Klavier

 

Presseartikel

 

 

1932 schrieb Ödön von Horváth (1901-1938) das Drama „Glaube Liebe Hoffnung" mit dem Untertitel  "Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern, nach Informationen des Münchner Gerichtsreporters Lukas Kristl.

Mit makabrer Leichtigkeit skizziert Ödön von Horváth hier den sukzessiven Verlust der drei Lebenssäulen Glaube, Liebe, Hoffnung, den die Miederwarenvertreterin Elisabeth, die Hauptfigur des Stückes, erleidet. Ausgehend von einer kleinen Straftat verliert Elisabeth in einer mörderischen Spirale immer mehr jeglichen Sinn im Leben und geht am Ende ins Wasser.

Krista Posch, als einzige Darstellerin, spricht, liest, singt und spielt das berührende, gelegentlich auch komische Theaterstück und schlüpft dabei mit dem ganzen Körper in fast zwanzig Rollen. So entsteht „am Tisch“ das Schauspiel vor dem inneren Auge des Zuschauers, und er sieht / hört / erkennt (auch sich) wieder / lächelt und nimmt Anteil an den verschiedenen Figuren:

Elisabeth, die ihren Wandergewerbeschein dringend wieder braucht...
Alfons Klostermeyer, ein Schupo, der Liebe und Pflicht nicht auf die Reihe bekommt

Die Ober-, Vize- und einfachen Präparatoren des Anatomischen Instituts

Maria, die sich auf ihre Lebenserfahrung beruft und reingelegt wird

Der Baron mit dem Trauerflor

Irene Prantl mit ihrer Büstenhalter- und Korsettfirma.

Joachim, der tollkühne Lebensretter

...und nicht zu vergessen die Frau Amtsgerichtsrat, die auch mal mit ihrem Mann ins Kino gehen möchte ...


Peter Ludwig untermalt, kontrastiert und kommentiert das Stück ebenso sparsam wie wirkungsvoll am Klavier und schafft so musikalische Bühnenbilder.

Krista Posch
, Schauspielerin und Sängerin, stammt aus Bozen/Südtirol, ist dort zweisprachig aufgewachsen, spielte schon als Kind Theater, war an vielen großen Häusern engagiert, so in Wien, Zürich, Düsseldorf und München, und hat mit berühmten Regisseuren und Schauspielern zusammengearbeitet. Seit 1991 freischaffend, tritt sie mit Liedern und mit Lesungen auf, macht
u.a. mit Maria Reiter (Akkordeon) einen Rilke-Abend, synchronisiert insbesondere Charlotte Rampling und spielt „Theater am Tisch“ mit Peter Ludwig.

Peter Ludwig,
Multitalent, renommierter Komponist und Pianist, Texter, Ton-Artist, Entertainer, Tango-Spezialist, leiser Poet und Erzähler, hat viele Bühnenmusiken und Orchester-Arrangements geschrieben. Im Februar 2018 führte er mit Salome Kammer bei der Literarischen Gesellschaft "Chansons bizarres" auf.

 

 

'Theater am Tisch'

Eine ‚Lesung‘ der anderen Art,  
e
ine Spiellesung






 Fotos: P. Ludwig

                


Ödön von Horváth
, Edmund (Ödön) Josef von Horváth
(* 9. Dezember 1901 in Fiume, damaliger Hintergrund Österreich-Ungarn; † 1. Juni 1938 in Paris)  war ein auf Deutsch schreibender Schriftsteller ungarischer Staatsbürgerschaft und entstammt einer "typisch alt österreichisch-ungarischen" Großbürgerfamilie. Sein erfolgreichstes Bühnenstück war wohl Geschichten aus dem Wiener Wald. Er gilt als Erneuerer des Volksstücks, Chronist seiner Zeit und Diagnostiker des Kleinbürgertums. Mit 37 Jahren erlag er einem Unfalltod. Er wurde während eines Gewitters von einem fallenden Ast erschlagen.

Wikipedia - BR Mediathek Lido - Biographie -
Literaturportal - Deutsche Biographie -  Ödön-von-Horváth-Gesellschaft - perlentaucher -
 


Inhalt von "Glaube Liebe Hoffnung":

Es herrschen Rezession und Arbeitslosigkeit. Elisabeth, jung, hoffnungsfroh und wild entschlossen, ihr Glück zu machen, kämpft mit allen Mitteln um ihre Existenz. Wegen alter Schulden und eines neuen Vertreterjobs, für den sie einen kostenpflichtigen Wandergewerbeschein benötigt, versucht sie sich Geld zu leihen. Sie braucht Geld, um arbeiten zu können. Und sie braucht Arbeit, um Geld verdienen zu können. So meldet sich Elisabeth beim Anatomischen Institut, um dort ihren Leichnam schon zu Lebzeiten zu verkaufen. Als das nicht funktioniert, zeigt sich der Präparator des Instituts gerührt und leiht ihr das notwendige Geld. Kurz darauf erfährt er, dass Elisabeth das Geld zur Bezahlung einer Vorstrafe verwendet, die sie wegen Handelns ohne Wandergewerbeschein erhalten hat. Er zeigt sie wegen Betruges an, und sie wird zu 14 Tagen Haft verurteilt. Als sich später ein junger Polizist in Elisabeth verliebt, verschweigt sie ihm den Gefängnisaufenthalt. Sie soll seine Braut werden. Doch eines Tages kommt ihre Vergangenheit ans Licht und der Polizist muss sich zwischen ihr und seiner Karriere entscheiden. Er verlässt sie. Arbeitslos und vorbestraft landet Elisabeth in einem Teufelskreis: ohne Arbeitserlaubnis keine Arbeit, ohne Arbeit kein eigenes Einkommen, ohne eigenes Einkommen keine Chance auf ein rechtschaffenes Leben. Am Ende verliert Elisabeth ihren Glauben, ihre Liebe und die Hoffnung in einer Gesellschaft, die den Einzelnen lieber zugrunde gehen sieht, als ihre Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit in Frage zu stellen. Sie geht ins Wasser, wird zwar gerettet, aber die Wiederbelebungsversuche haben nur kurzen Erfolg.  Quelle: Wikipedia u.a. 
Text Deutschlandfunk: Analyse -
„Ein böses, ein genialisch böses Stück.“ (Friedrich Torberg) - Münchner Volkstheater -

Theaterforum Gauting - Sabine Zaplin: Nach(t)kritik bosco: Sehnsucht nach dem Traurigsein - youtube - OVB online Wasserburg - jourfixeblog: Ein Tisch, ein Stuhl und großes Theater Vorschau auf SZ
 




Ödön von Horváth 1919


Ödön von Horváth
:
"
Kristls Absicht war, ein Stück gegen die bürokratisch-verantwortungslose Anwendung kleiner Paragraphen zu schreiben – aber natürlich in der Erkenntnis, daß es kleine Paragraphen immer geben wird, weil es sie in jeder wie auch immer gearteten sozialen Gemeinschaft geben muß. Zu guter Letzt war also Kristls Absicht die Hoffnung, daß man jene kleinen Paragraphen vielleicht (verzeihen Sie bitte das harte Wort!) humaner anwenden könnte."  [ ... ] "Wie in allen meinen Stücken versuchte ich auch diesmal, möglichst rücksichtslos gegen Dummheit und Lüge zu sein, denn diese Rücksichtslosigkeit dürfte wohl die vornehmste Aufgabe eines schöngeistigen Schriftstellers darstellen, der es sich manchmal einbildet, nur deshalb zu schreiben, damit die Leut sich selbst erkennen."

Friedrich Luft schrieb: "Horváth war gegeben, Sprache als Mittel der Entlarvung und Offenlegung zu nutzen. Nicht was in seinen Stücken passiert, ist eigentlich wichtig. Wie die Leute auf der Bühne darüber reden, macht die Verdeutlichung, macht den Spaß, macht den Schrecken seiner Dramen aus".
 



„Das seh ich schon ein, dass es ungerecht zugehen muss,

weil halt die Menschen keine Menschen sind -
aber es könnt doch auch ein bisschen weniger ungerecht zugehen.“
(Elisabeth in Glaube Liebe Hoffnung)


Schupo: „Man darf die Hoffnung nicht sinken lassen.“
Elisabeth: „Das sind Sprüch.“
Schupo: „Ohne Glaube, Liebe, Hoffnung gibt es logischerweise kein Leben. Das resultiert alles voneinander.“
Elisabeth: „Sie haben leicht reden als Staatsbeamter in gesicherter Position.“
Schupo: „Wir müssen doch alle mal sterben.“
Elisabeth: „Hörns mir auf mit der Liebe.“
 


Fünftes Bild Szene Nummer 18

             Buchhalter

"Ich lebe, ich weiß nicht wie lang,
Ich sterbe, ich weiß nicht wann,
Ich fahre, ich weiß nicht wohin,
Mich wundert, daß ich so fröhlich bin"

 







http://p-ludwig.com/?page_id=827 

Foto: Leonie Benstetter


Peter Ludwig                   
Am Abgrund gibt‘s die beste Aussicht

studierte Komposition und Klavier, erfand TANGO MORTALE, TANGO à TROIS und TRIO OBSCUR. Peter Ludwigs Kompositionen lassen den Tango in allen Sprachen und Spielarten leuchten: wienerisch und ungarisch, chinesisch und circensisch, jazzig und bluesig, tragisch und melancholisch, frech und ironisch.(Abendzeitung)  Er arbeitete u.a. mit Anja Lechner, Arben Spahiu, Peter Wöpke, Mulo Francel, Hanna Schygulla, Iris Berben, Salome Kammer, Maria Reiter und Sarah Kober; schrieb und arrangierte Orchesterstücke, war als Theatermusiker von München über Berlin, Paris und Wien bis Tokio unterwegs und dreht Dokumentarfilme.  Eine Auswahl seiner Kompositionen sind im Schott-Verlag erschienen.
 
Ein Duo-Highlight: jenes mit der Schauspielerin Krista Posch, deren Texte Ludwig mit geschmeidiger Musik umgibt. ... Ob im Ensemble, mit singender oder spielender Partnerin oder solo am Klavier: Peter Ludwig ist ein leiser Poet des Besonderen. Und ein besonderer Poet des Leisen.
Roland Spiegel BR zum Schwabinger Kunstpreis 1987

Homepage - alpha-Forum - Oriente Musik - facebook - Video pianomusik - 24 préludes - Kapverden - VideoclipsFour Seasons - Désolé
 


Krista Posch
- Italienisch - Englisch - Bairisch - Österreichisch - Tirolerisch - Wienerisch
Sender RAI Bozen, BR München, Max-Reinhardt-Seminar Wien, Theater in der Josefstadt, Düsseldorfer Schauspielhaus, Bayrisches Staatsschauspiel, Züricher Schauspielhaus, Münchner Kammerspiele u.a.. Zahlreiche Hauptrollen in TV-Filmen und  -Serien, Hörbücher, Synchronrollen, Redakteurin, Sprecherin, eigene musikalische Produktionen u.v.a.

Krista Posch ist überzeugt, dass nicht sie danach gesucht hatte, sondern dass sie von ihrer Berufung gefunden wurde. Zweifelsohne wurde ihr das Schauspieltalent bereits in die Wiege gelegt; auch ihr Großvater war Schauspieler und ihr Vater musisch sehr begabt. Ihre Liebe zum Gesang stammt jedoch von ihrer Mutter. Für unzählige Film und Fernsehproduktionen stand die Wahlmünchnerin in den letzten Jahrzehnten vor der Kamera und vielen lieh sie als Synchronsprecherin ihre Stimme. (Südtirol 1)

Homepage Krista Posch - Krista Posch notiz-blog - facebook - Krista Posch Leben & Spiel - www.werde-wer-du-bist.net - instagramtwitter @kristaposch  - blog

Wikipedia - Filmographie - Internet Movie Database - Ole Schultheis Kunst.Projekt-Agentur - Agentur Vogel - stimmgerecht - schauspielervideos - crew united - Hörbücher u.a. bei Amazon - SWR2 Hörsoiel: Zum Leuchtturm -  youtube - finale -

"Oft wissen Leute nicht, wo sie mein Gesicht einordnen sollen. Da „kennen“ sie mich von der Arztpraxis bis zur Supermarktkasse. Ich sage dann manchmal lächelnd, dass ich inzwischen den Posten gewechselt hätte. Eher erkennen mich in München Theaterzuschauer. Wenn jemand auf der Straße mir sagt, dass ihn eine bestimmte Rolle sehr berührt hat, finde ich das schön. Aber das Angesprochenwerden hält sich in sympathischen Grenzen."




Foto (c) Sylvia Grunwald
 

  
   Collage aus Photo von Janine Guldener                             ©  steffi henn 2018