Dienstag, 10.03.2020
Gemeindebücherei im Bürgerhaus Gräfelfing
am Bahnhofsplatz
  
 

 Literarische Gesellschaft Gräfelfing

In Zusammenarbeit mit der

und der Buchhandlung Kohler, Gräfelfing


Christoph Poschenrieder


©  Daniela Agostini  / Diogenes-Verlag

"Der unsichtbare Roman"


 

 

Christoph Poschenrieder, „hat so einen Spaß am Formulieren ... einer der besten deutschen Schriftsteller zurzeit“ (Kristian Thees, SWR) hat sich für sein jüngstes, sehr vergnügliches Buch einen berühmten Schriftsteller als Helden ausgesucht – Gustav Meyrink (1868-1932), den Autor von „Der Golem“.

Meyrink, dessen Bücher damals Bestseller waren, lebt am Starnberger See. Dort erreicht ihn 1918 ein irritierendes Angebot aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Er soll für viel Geld einen Roman schreiben, aus dem klar werden müsse, wer die Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs trage. Die Freimaurer nämlich sollten für das Blutvergießen verantwortlich sein. Meyrink nimmt das Geld, gerät in eine Schreibkrise und damit in Teufels Küche

“Christoph Poschenrieder kleidet …gerne schwere Stoffe in Leichtigkeit und Humor.“ (Barbara Schulz, Spiegel online)

Christoph Poschenrieder, geboren bei Boston/USA, arbeitet seit 1993 als freier Journalist und Autor von Dokumentarfilmen.

Heute konzentriert er sich auf das literarische Schreiben. Sein Debüt „Die Welt ist im Kopf“ war auch international erfolgreich. „Das Sandkorn“ war 2014 für den Deutschen Buchpreis nominiert. 2019 erschien „Der unsichtbare Roman“. Poschenrieder lebt in München.


Wer ist schuld am Ersten Weltkrieg?
An dem "gigantischen Schlamassel"
(Seite 15).     
   

   Eine leicht, witzig und bissig erzählte Phantasie
über den Autor und Spiritisten Gustav Meyrink
und einen absurden Auftrag.

Leseprobe

 

Quelle: in-verso.it

"Gedanken reisen auf verschlungensten Pfaden, und falls sie zur rechten Zeit am richtigen Ort eintreffen, lassen síe sich durch allerhand Alchemie in Worte und Sätze verwandeln, zu dem Faden spinnen, der zu einem Text verwoben wird."


Gustav Meyrink
(* 19. Januar 1868 in Wien; † 4. Dezember 1932 in Starnberg) war ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer, Dandy, Sportsmann, erfolgloser Bankier, praktizierender Yogi und Spiritist, ein Mystiker und leidenschaftlicher Automobilist.

Während des Ersten Weltkriegs kam Meyrink
u.a. mit der Freimaurerei in Berührung ...
Er wurde 1918 vom Auswärtigen Amt in Berlin aufgefordert, einen propagandistischen okkulten Roman zu schreiben, in dem der Öffentlichkeit suggeriert werden sollte, dass die Freimaurerei insgesamt, insbesondere jedoch die französische und italienische Freimaurerei. die Schuld am Krieg trage. ... Der Roman sollte auch ins Englische und Schwedische übersetzt werden und in einer Auflage von einer halben Million Exemplaren weltweit verteilt werden. ... Man brauche einen prominenten Schriftsteller, von dem das Publikum weiß, dass er kritisch ist, ja mehr als kritisch diesen Dingen gegenüberstände (…).“ Meyrink, der bekannte Autor des „Golem“, brauchte dringend einen neuen erfolgreichen Roman, um seinen aufwändigen Lebensstil weiterhin finanzieren zu können. Er nahm den Auftrag - gegen ein großzügiges Honorar - zwar an, hatte aber wohl die Absicht das Projekt scheitern zu lassen oder zumindest insoweit Einfluss darauf nehmen zu können, um dessen Resultat abzumildern. Er wurde aber vor Abschluss der Arbeiten von dem Auftrag entbunden und aufgefordert, die erhaltenen Unterlagen wieder nach Berlin an das Auswärtige Amt zurückzuschicken. Quelle: u.a. Wikipedia

1928 verkauft er seine
Villa am Starnberger See und tritt zum Buddhismus über.
 

Der Roman "Der Golem" aus dem Jahr 1915 gilt als Klassiker der fantastischen Literatur
"
Die Romane nach dem Bestseller „Der Golem“ liefen von Mal zu Mal schlechter"

     

 

Der große Stilist Christoph Poschenrieder macht aus dieser wahren Anekdote einen amüsanten Roman über das Romanschreiben
(Deutschlandfunk)
„Meyrink fühlt sich erloschen. Der Docht nimmt keine Flamme an. Bis über die Knöchel steht er in abgebrannten Zündhölzern.“ (Seite 153)
 
. Er inszeniert Meyrinks Zögern, seine Blockade, die durch immer neue Anläufe unterbrochen wird, als Schreibkrise vom Feinsten, die mühelos auf weniger brisante Fälle aus dem Schriftstelleralltag übertragbar ist. (SZ)
„Erst hat Meyrink es nicht versucht,
jetzt, wo er will, geht es nicht.“
(S. 187).


© Bastian Schweitzer / Diogenes
 

"
Bester Roman des Jahres" - Abendzeitung München: Literatur-Stern 2019.


Dann, denkt Meyrink, lasst euch hiermit sagen, dass zwischen Reden und Schreiben ein himmelweiter Unterschied ist. Und zwischen Schreiben und Schreiben erst recht. Und zuletzt zwischen Schreiben und Schweigen, obwohl ihn schon viele Bücher angeschwiegen haben.“

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„Offenbar hat mich schon früh die Linie interessiert, die Fakt und Fiktion, Vertrauen vom Zweifel, Realität von Phantasie trennt. Falls sie überhaupt etwas trennt und nicht eher verbindet.“

Christoph Poschenrieder Homepage - wikipedia - Literaturportal Bayern - Biographie - BVB Literatur - büchermenschen. 10 Fragen -
Christoph Poschenrieder: Die Zeit um den Ersten Weltkrieg ist für mich eine ewiges Faszinosum

 



"Wenn es außerdem unterhaltsam wäre, schadet es auch nicht."
(Der unsichtbare Roman S. 15)